DIE TEMPELRITTER in BERLIN und BRANDENBURG

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Biografie Friedrichs v. A.




Exkursion zu den alten Templer-Komtureien in Ostdeutschland!

Neulich las ich in einem Artikel über den historischen Tempelritterorden Folgendes:
18. Mai 1291 - Endstation Akkon. Das vorläufige Aus für das fromme Sicherheitsunternehmen namens "Arme Ritterschaft Christi". Die Templer entkommen nach Frankreich, und plötzlich stellt sich heraus, wo der wahre Feind sitzt: nicht im Heiligen Land, sondern in Paris.
Philipp der Schöne heißt der französische König. Er braucht gerade ganz dringend Geld, also: Willkommen ihr schwerreichen Flüchtlinge! Die Templer werden verhaftet. Unter der Folter gestehen sie Teufelsdienst und weitere Eskapaden. Viele sterben unter der Tortur und auf dem Scheiterhaufen.


Anders in Deutschland, wo die Brüder des Tempelritterordens in allen Anklagepunkten freigesprochen wurden. Damit also war das Ende der Templer noch nicht gekommen, denn jetzt begann erst ihre zweite, ihre geheimnisvolle Geschichte, die heute vor allem literarische Verschwörungstheoretiker ins Grübeln bringt.

Denn viele Ritter haben die Verfolgungen überlebt. Aber wo sind sie abgeblieben? Und vor allem: Haben die Templer damals noch mehr aus dem Heiligen Land gerettet? Außer Geld? Ganz heimlich? Verschwunden geglaubte Schätze des Glaubens? Die Bundeslade? Oder den Heiligen Gral? Und: Haben sie ihre Geheimnisse an Dritte weitergegeben? Leben also noch heute mitten unter uns geheime Hüter von letzten Wahrheiten und Weltwissen?

Wir laden Sie sehr herzlich dazu ein, sich all diese Fragen selber zu beantworten. Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail für weitere Informationen.

Non Nobis Domine Non Nobis Sed Nomini Tuo Da Gloriam.

Ihr Frère Manfred Johannes,
im Juli 2017






Komtureikirche Tempelhof
Komtureikirche Lietzen
Komtureikirche Quartschen


Machen wir uns auf den Weg zu unserer ersten Station - nach Berlin.
Wir nehmen an, dass sich um 1190 einige Tempelbrüder aus Braunschweig/Süpplingenburg auf den Weg gen Osten machten, um ein neues Ordenshaus zu gründen.
So entstand in der Folgeszeit die Komturei Tempelhof als eine Kommende des Templerordens auf dem Teltow im südlichen Vorfeld Berlins, bei dessen Gründung sie eine wichtige Rolle spielte. Sie wurde um 1200 gegründet und umfasste die Dörfer Tempelhof, Mariendorf und Marienfelde sowie einen Hof im späteren Rixdorf und ein Vorwerk in Treptow. Mittelpunkt dieser Kommende war der burgartige Komturhof in Tempelhof, in dessen Mitte die Komtureikirche stand, die zugleich als Dorfkirche diente und bis heute als Dorfkirche Tempelhof trotz starker Kriegsbeschädigungen erhalten geblieben ist.


Die Tempelritter in Tempelhof

Das älteste noch erhaltene Zeugnis der Entstehung von Tempelhof ist die Dorfkirche mit Feldstein-Mauern aus dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts. Doch sie ist älter. Erst 1952 entdeckte man bei Grabungen frühere Fundamente, insbesondere, dass die Kirche zuvor einen rechteckigen Turm hatte, wie die Dorfkirche Marienfelde. Der frühere, durch Brand zerstörte Bau entstand um 1200 oder kurz davor, spätestens jedoch 1212 - die Dorfkirche Tempelhof hat also zweifelsfrei eine mindestens 800-jährige Geschichte. Und sie ist, vermutlich weil sie Komtureikirche war, die größte Feldsteinkirche Berlins.

Sehr wahrscheinlich aber geht die Geschichte Tempelhofs noch weiter zurück: Man nimmt an, dass bereits um das Jahr 1190 Tempelritter hierher kamen, nachdem sie 1187 den Kampf um Jerusalem endgültig verloren hatten. Den heimgekehrten Templern gab man Land und die Aufgabe der Christianisierung nach Osten hin. Das heutige Tempelhof war deshalb ideal, weil der befestigte Komturhof auf einer leichten Anhöhe mitten zwischen eiszeitlich gebildeten Teichen gegründet werden konnte - geschützt wie eine Wasserburg. Solche mit Wasser gefüllten "Toteislöcher" gab es damals auch rundum auf dem heutigen Reinhardtplatz und im Bosepark, und man konnte sie leicht mit Gräben verbinden. Es ist anzunehmen, dass die Dorfkirche Tempelhof zunächst als Komtureikapelle aus Holz entstand, wenn auch schon am heutigen Standort, und erst einige Jahre Landwirtschaft betrieben werden musste, um das Geld für einen ersten Steinbau zu sammeln.

Komtureikirche Tempelhof

Daraus folgt, dass die Geschichte Tempelhofs sehr wahrscheinlich noch weiter zurückreicht als die der Feldsteinkirche in Tempelhof. Vermutlich wurden auch die Bauern, welche die Ländereien der Tempelritter bestellten und Geld für einen Feldsteinbau erwirtschafteten, um 1200 oder sogar etwas früher an der heutigen Straße Alt-Tempelhof, angesiedelt.

Quelle: www.intempelhof.de





Die Tempelritter in Lietzen

Rund 90 km östlich von Tempelhof (etwa 3 Tagesritte) liegt unsere 2. Station - Lietzen Nord.
Dort finden wir das bis heute bedeutendste Bauwerk der Gemeinde: die Komturei der Tempelritter. Die Komturei (auch Commanderie oder Kommende genannt) ist der letzte noch erkennbare Rittersitz des Templerordens in Brandenburg. 1232 wurde sie von den Tempelrittern errichtet. Papst Innozenz IV. bestätigte den Templern 1247 den Besitz von Lietzen und den benachbarten Dörfern. Um 1250 wurde auch mit dem Bau der einschiffigen romanischen Komtureikirche und des Herrenhauses begonnen. Das große Speicherhaus stammt vom Anfang des 14. Jahrhunderts. Nach der Aufhebung des Templerordens 1312 wurde auch dessen Lietzener Besitz vom Johanniterorden übernommen und schon bald verscherbelt.


Komtureikirche Lietzen


Templerkirche in Tempelberg
Templerkirche in Marxdorf
Templerkirche Neuentempel

Die zur Komturei Lietzen gehörenden Dorfkirchen der Tempelritter. Von links nach rechts: Tempelberg, Marxdorf, Neuentempel. Unsere Brüder des alten Ordens hatten weitere Besitztümer in Heinersdorf und Werbig.




Lage der Templerbesitzungen der Komturei Lietzen


(Quelle: Leisering, Mark Brandenburg)

Lietzen (in mittelalterlichen Urkunden auch Lesnida, Leznitze, Liceniz, Lyzne) ist heute eine Gemeinde im Südosten des Landkreises Märkisch-Oderland im Bundesland Brandenburg.
Die Templerniederlassung befand sich allerdings nicht im heutigen Ortskern, sondern im weiter nordwestlich gelegenen Lietzen Nord.

Siegel der Komturei Lietzen

Siegel der Komturei Lietzen (Quelle: Heimann, Brandenburgisches Klosterbuch)

Die Gründung der Komturei erfolgte im Zusammenhang mit den Bemühungen der schlesischen Herzöge Heinrich I. und Heinrich II. um die Erweiterung des herzöglichen Einflussbereiches und die Ausdehnung und Sicherung der Grenzen des Landes Lebus links der Oder, die auch die Zisterzienser und Augustiner-Eremiten einbezog. Spätestens 1229 erhielten auch die Templer 250 Hufen im Lebus-Gebiet. Eine Stiftungsurkunde der Niederlassung ist leider nicht überliefert. Im Jahre 1229 jedenfalls überließ Bischof Laurentius von Lebus den Templern den Zehnt innerhalb des Schenkungsgebietes. Als Verwaltungszentrum wurde in Lietzen ein Tempelhof eingerichtet. Siedler zur Bewirtschaftung des Landes wurden in den deutschen Gebieten jenseits der Grenze angeworben. Die Zusammenarbeit zwischen Templern und lokalem Weltklerus war eng. Im Jahr 1244 bestätigte Bischof Heinrich I. von Lebus nicht nur den Zins der 250 Hufen sondern fügte den Zehnten von 50 Hufen für Lietzen hinzu. Die Templer stifteten ihrerseits ein neues Kanonikat für das Lebuser Domkapitel, dessen Inhaber aus Ordenseinkünften unterhalten wurde. Bei einer Vakanz des Kapitelssitzes hatte der Provinzmeister der Templer von Deutschland und Slavien Präsentationsrecht. Dadurch unterstanden dem Templerorden die Seelsorge über die zuvor genanten Orte und die der Kapelle Lietzen. Alle Güter und Rechte des Templerordens in der Mark Brandenburg, aber auch in Pommern wurden am 18. Januar 1247 durch Papst Innozenz IV. bestätigt. Die Urkunde erwähnt die zur Kommende Lietzen gehörenden Güter Heinersdorf, Tempelberg, Marxdorf, Neuentempel und Colaz.

Ein durch den Bischof Konrad von Meißen vermittelter Vergleich zwischen den Templern und dem Erzbischof Rudolpf von Magdeburg ist für den 03. Mai 1253 belegt. Darin geht es um die Güter des Templerordens im Landgebiet Lebus diesseits der Oder und somit wahrscheinlich auch um die Kontrolle des Weges nach Preußen.

In der Kommende Lietzen fanden auch bedeutende Kapitel des Templerordens statt. So unter anderem am 21. April 1303, mit Anwesenheit des Präzeptors von Alemannien und Slawien Friedrich von Alvensleben. Von diesem Kapitel existiert eine Urkunde (heute im Staatsarchiv Stettin). Darin werden zum erstenmal verschiedene Dörfer des Landes Bahn erwähnt, die Schulzen dieser Dörfer sowie verschiedene Vasallennamen.

Der Tempelhof in Lietzen mit seiner Komtureikirche befindet sich auf einer landschaftlich günstigen Stelle, da diese erhöht liegt und zusätzlich durch einen Teich gesichert ist; abseits des gleichnamigen Dorfes, nimmt die Komturei ein Gelände von rund 400 m Länge und 300 m Breite auf rechteckigem Grundriss ein. Ein Plan aus dem 18. Jhd. zeigt eine aus zwei Höfen bestehende Anlage - in wie weit sich dies bis in die Templerzeit zurück verfolgen lässt, muss mangels gesicherter Daten aber offen bleiben. Bereits 1232 sollen die Templer zumindest einen ummauerten Hof errichtet haben, von der sich heute noch an bestimmten Stellen Originalmauerreste finden lassen. Aus dieser Zeit stammt auch der Kern der Komtureikirche, von der das Feldsteinmauerwerk noch erhalten geblieben ist. Sie wurde in den 40er Jahren des 13. Jahrhunderts in einem für die neuen Siedlungsgebiete typischen Stil errichtet und findet 1244 erstmalig Erwähnung. Ursprünglich war das Langhaus mit einer flachen Holzdecke versehen, wohl ähnlich der Kirchen in Rörchen und Königsberg. Die Fensteröffnungen besaßen romanische Rundbögen, das Portal an der Südwand wies jedoch einen gotischen Spitzbogen auf. Unter den Johannitern, noch vor 1500, wurde die Kirche mit Backsteinen und Strebepfeilern nach Osten hin erweitert, sowie der Chor erneuert und ein Westfenster eingesetzt. Der kleine Glockenturm stammt aus dem Jahr 1727. Schumann sieht in der Kirchenanlage Bezüge zum biblischen "Salomonischen Tempel".

Das heute zu sehende Herrenhaus stammt erst aus dem 16. Jahrhundert. Mauer- und Fenstergewändereste lassen jedoch feststellen, dass es sich bereits zu Templerzeit um ein zweistöckiges Gebäude handelte, wobei im Erdgeschoss vermutlich das Refektorium, im niedrigen Dachgeschoss das Dormitorium untergebracht war. Im Hofbereich ist auch ein mehrgeschossiger Speicher erhalten geblieben, der dem 13. oder 14. Jahrhundert zugerechnet wird, ein rechteckiger Feldsteinbau mit Satteldach und spitzbogigen Zwillingsfenstern in den Giebeln.

Komture von Lietzen (nach Schüpferling / Riedel):
Um 1253: Heinrich (?)
Um 1262: Gerkin ("provisor")
Um 1288 bis um 1291: Jordan von Esbek (gleichzeitig Vize-Provinzmeister des Ordens für Norddeutschland)

Quelle: www.templerlexikon.uni-hamburg.de

Komtureikirche in Lietzen
Grabkreuz im Fußboden der Komtureikirche Lietzen
Alter Speicher in Lietzen




Der nächstgelegene Tempelritterstandort namens Dolgelin hatte ein weniger günstiges Schicksal hinzunehmen als seine "Geschwister", die - wie an einer Perlenschnur aneinandergereiht - westwärts liegen. Es handelt sich um einen der ältesten Höhendörfer am Westrand des Oderbruches. Der Ort wurde 1321 erstmals urkundlich erwähnt, war aber schon im 13. Jahrhundert in Besitz der Templer, die auch die hiesige Kirche erbauten. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg total zerstört und heute ist nur noch eine Ruine zu sehen.
Diese bietet aber einen guten Einblick in die ursprüngliche Architektur der ostdeutschen Templerkirchen. So kann man heute die meist über einen Meter starken Mauern gut erkennen.


Kirchenruine Dolgelin
Kirchenruine Dolgelin
Ich brauche ein neues Dach! Spenden bitte an den Gemeindekirchenrat Dolgelin. Herzlichen Dank!


Die Tempelritter in Quartschen

Nach all diesen wundervollen neuen Erkenntnissen, den schönen und auch eher unerfreulichen Eindrücken möchten wir unsere Exkursion mit einem Highlight abschließen.
Verbinden wir die zuvor genannten "Perlen" von Heinersdorf, Marxdorf, Neuentempel und Werbig, so endet diese gedachte Perlenschnur im heutigen Polen.
Chwarszczany (Quartschen) liegt zwischen Mieszkowice (Bärwalde/Nm.) und Kostrzyn (Küstrin). 18 km südlich von Mieszkowice (Bärwalde/Nm.), 12 km nördlich von Kostrzyn (Küstrin) und 10 km südwestlich von Dębno (Neudamm/Nm.).
Quartschen ist heute ein Dorf mit etwa 220 Einwohnern. Es befindet sich auf überwiegend flachem Land, zwischen Feldern und Wäldern.


Die wehrhafte Templerkirche in Quartschen


1232 wurde Quartschen Sitz der Tempelritter, welche das Land zwischen Odra (Oder), Warta (Warthe) und Mysla (Mietzel) beherrschten, das ihnen von Prinz Wladislaw Odonic geschenkt wurde. Der Sitz wurde auf einer Anhöhe errichtet, die vom Fluß und Moor umgeben ist und somit gut zu verteidigen war. Um 1250 wurde das erste Steingebäude errichtet: die Kapelle mit zwei Verteidigungstürmen. Dieses Gebäude existiert nach seiner Rekonstruktion bis heute.

Kreuzrippengewölbe der Templerkirche Quartschen
farbenfrohe Empore mit einem Wappenschild derTempler
Ein Band ausdruckstarker Fresken schmücken die Templerkirche


Zu guter Letzt noch der absolute Geheimtipp:
Das Restaurant "Oberza Templum" in Chwarszczany (Quartschen) bietet eine exquisite solide Kost zu wirklich günstigen Preisen in einer ansprechenden, "ritterlichen" Umgebung. Wir fanden vor: Beste Speisenqualität, schneller Service und eine sehr nette Bedienung. Die deutsche Karte erleichtert das Bestellen. Im Sommer ist die schöne Außenterrasse mit Blick auf die Templerkapelle geöffnet.


die Templerschänke in Quartschen








O.D.T.



Berlin-BB